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… das Gespenst der Agilität – so könnte man dieses Zitat aus dem Kommunistischen Manifest scherzhaft ergänzen. Ich habe heute die Filmversion von Julian Rosefeldts Manifesto im Kino bestaunen dürfen, ursprünglich eine Parallelinstallation zwölf miteinander in Beziehung stehender Kurzfilme, in denen die Schauspielerin Cate Blanchett in unterschiedlichen Rollen verschiedene Manifeste in Szene setzt – vom Kommunistischen Manifest bis zum künstlerischen Manifest, u. a. DADA, Fluxus u.a. (die einzelnen Szenen können auf der Seite von Julian Rosefeldt kostenfrei einzeln angeschaut werden) Spannend die unterschiedlichen Inszenierungen, in denen deutlich wird, dass Manifeste u. a. dazu dienen, etwas Neues von dem Alten, vom bestehenden System, abzuheben. Im Nachgang fiel mir auf, dass ich mich beruflich allzu oft mit den Folgen des Agilen Manifests und den diffusen Erwartungen an die sogenannte Neue Arbeit auseinanderzusetzen habe – im Positiven wie im Negativen. Bei aller spielerischen Leichtigkeit des Neuen fiel mir dennoch allzu deutlich auf, dass es sich letztendlich um systemimmanenten Protest handelt – wenn auch, wie im Falle der Pop Art, um sehr geistreichen, experimentellen und zum Teil humoristisch hochwertigen.